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Sep

„Ein audiophiles joint venture“ – Partnerschaft zwischen Leipziger Jazztagen und Mitteldeutschen HiFi-Tagen 2017

Gute Musik, kundige Ohren, hochwertige Technik und ereignisreiche Herbsttage – die Partnerschaft mit den Leipziger Jazztagen könnte stimmiger kaum sein! Wie es dazu kam, was uns erwartet und was ihn an Leipzig gefällt, erklärt uns dieses Mal Stefan Heilig, Leiter der Leipziger Jazztage.

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1. Wie kam Ihnen die Idee zu einer Kooperation zwischen den MDHT und den Leipziger Jazztagen?

Das war eigentlich ganz einfach: Wir veranstalten ja Konzerte, und dafür braucht man immer Partner. Für uns ist es aber wichtig, dass unsere Partner nicht irgendwelche sind – wir suchen authentische Partner, also solche mit Zielgruppen, Dienstleistungen und Produkten, die mit uns was zu tun haben. Ohne das wäre eine Kooperation weder glaubwürdig noch nützlich. Unser Publikum liebt Musik fernab von oberflächlichem Gedudel, ist überdurchschnittlich gebildet und im Vergleich zu Jazzfans anderswo deutlich jünger und neugieriger. Und wer „gute“ Musik hört, will auch, dass sie gut klingt. Dass Jazztage und Hifi-Tage ein audiophiles „joint venture“ bilden, war also eigentlich nur eine Frage der Zeit.

2. Welche Rolle spielt Technik für Jazz-Fans, wie ist das Verhältnis zu High-End-Musikwiedergabe vs. Live?

Wie grade schon gesagt: Jazz ist kein Hintergrundrauschen. Unser Publikum hört bewusst eine sehr differenzierte Musik mit einem fast unerschöpflichen Instrumentarium. Außerdem spielen Improvisation und die Idee des Moments in keiner anderen Musik eine so große Rolle. Dementsprechend ist das Live-Erlebnis im Jazz das höchste aller Gefühle. Und gerade deshalb achten Jazz-Fans auch darauf, zuhause einen hochwertigen Klang zu haben. Weil man eben nur mit einer vernünftigen Anlage nah ans Konzert-Erlebnis herankommen kann, ohne das Wohnzimmer zu verlassen. Wer will schon eine Bigband-Platte auflegen ohne die vielseitigen Stimmen und Instrumente auch klar und differenziert hören zu können? „Platte“ ist natürlich auch noch so ein Stichwort: Die in den letzten Jahren wiederauflebende Vinylkultur steigert auch im Jazzbereich die Nachfrage nach audiophilen Pressungen und High-End-Plattenspielern.

3. Leipzig ist großartig, weil…

es eine unglaublich lebendige und weltoffene Stadt ist, und weil das nicht nur in Imagebroschüren steht, sondern auch stimmt. Auch wenn er immer weniger wird, noch gibt es hier Platz für Künstler aller Art zur Entfaltung. Außerdem können sich in Leipzig kulturelle Tradition und Gegenwart schön reiben. Bach, Mendelssohn Bartholdy und Wagner haben Leipzig ein internationales Renommé als Musikstadt verschafft, die Magnet für viele Touristen ist. Doch die Stadt ist musikalisch viel mehr als Bach. Leipzigs Szene- und Kiezkultur ist vielfältig und absolut spannend, sie bietet eine große Spielwiese für die vielen Musiker und anderen Künstler. Wir sind jedenfalls sehr glücklich darüber, mit unserem Festival gleichzeitig Tempel der Hochkultur wie das Opernaus und solche der Subkultur wie das UT Connewitz oder die naTo zu bespielen. Woanders müsste man sich da entscheiden.

4. Was ist von den Jazztagen in diesem Jahr zu erwarten?

Wie immer ein Programm, das es nur hier und jetzt gibt. Wir geben dem Festival jedes Jahr ein Thema, statt nur ein paar Konzerte zusammenzubooken. Vom 12. bis 21. Oktober 2017 steigen wir mit dem Publikum auf den »Gitarrengipfel«. Pat Metheny wird spielen, der im Jazz eine Legende ist, aber auch Nicht-Jazzern dank seiner Zusammenarbeit mit David Bowie (»This Is Not America«) bekannt sein dürfte. Sting schickt uns seinen gefeierten Gitarristen Dominic Miller mit eigener Band. Aus Paris kommt die Funkband Electro Deluxe erstmals nach Leipzig. Die junge Gitarristin Monika Roscher spielt Indierock mit einer fetten Bigband und und und. Wir haben über 20 Konzerte in 10 Spielorten in der ganzen Stadt, darunter erstmals Westbad, Kunstkraftwerk und Liebfrauenkirche. Bei uns kann man den „klassischen“ Jazz hören, aber auch Experimentelles und Jazz in Verbindung mit anderen Musikgenres. Im Werk 2 gibt es eine »Jazzelectric Night«, die Richtung Clubkultur lauscht. Und wer keinen Babysitter findet, der bringt einfach die Kinder mit zu unserem traditionellen Mitmach-Familienkonzert »Jazz für Kinder«. Alle Infos und Musikvideos gibt es übrigens hier: www.leipziger-jazztage.de

 

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